Aufsteigerduell und Derby mit Brisanz

Maximilian Kolbeck (Foto: I. Furch)

Die SSF Dragons Bonn haben in der Floorball-Bundesliga ein hartes und wichtiges Wochenende vor der Brust: Das Duell der Aufsteiger gegen Schriesheim und ein hochbrisantes Derby gegen Holzbüttgen stehen auf dem Programm.

Schriesheim zu Gast im Sportpark Nord (Samstag, 18 Uhr) – da war doch was. Zwar haben die meisten Bonner die Niederlage im Aufstiegsfinale gegen Schriesheim verdrängt und aus ihrem Gedächtnis verbannt, doch sowohl Hinspiel (6:9), als auch Rückspiel (5:8) gingen aus Sicht der Dragons in die Hose. Dank einer gelungenen Relegationsserie sehen sich beide Teams nun trotzdem in der ersten Bundesliga wieder. Beide Aufsteiger peilen hauptsächlich den Klassenerhalt an – was die Partie zu einem klassischen Sechs-Punkte-Spiel macht. Nicht gerade weniger dramatisch macht es die Tabellensituation: Bonn als Siebter und Schriesheim als Sechster sind mit zwei beziehungsweise drei Punkten Tabellennachbarn. Bitter für die Gäste aus Baden-Württemberg: Kapitän und Leistungsträger Alexander Burmeister verletzte sich beim Saisonauftakt schwer an der Schulter und fällt länger aus. „Schriesheim ist ein Gegner, mit dem wir auf Augenhöhe spielen. Das Team ist hochmotiviert und will sich für die verlorenen Aufstiegsspiele revanchieren“, gibt Co-Trainer Tobias Hesse die Stimmung in der Mannschaft wieder. Anders als bei den meisten Spielen in der ersten Bundesliga, glaubt er, dass Bonn gegen den TVS das Heft in die Hand nehmen kann: „Mit der Unterstützung der Fans bin ich mir sicher, dass wir Schriesheim unser Spiel aufzwingen können.“

Nach der Partie ist schnelle Regeneration angesagt: Nur einen Tag später steht auswärts bei Holzbüttgen (Sonntag, 20 Uhr) das erste Derby der Saison an. Das Duell gegen den Verein aus der Nähe Düsseldorfs musste ein Jahr pausieren, da die DJK bereits ein Jahr vor den Dragons den Aufstieg ins Oberhaus schaffte. Jetzt ist das Derby zurück – mit mehr Brisanz als je zuvor. Denn nach der Auflösung des ehemaligen Bundesligisten TV Lilienthal suchten sich viele Spieler einen neuen Verein – darunter auch die ehemaligen Bonner Janos und Niklas Bröker sowie Maximilian und Sebastian Spöhle. Doch beide Brüderpaare entschieden sich für Holzbüttgen, genauso wie Jannik Heinen, der Bonn in der Sommerpause verließ. „Vor dem Spiel ist die Vorstellung natürlich eigenartig, gegen die Mitspieler von damals zu spielen. Ich frage mich, warum sie nicht zurück nach Hause gekommen sind“, beschreibt Routinier Lukas Lüke seine Gefühlslage, sagt aber auch: „Im Spiel spielt das keine Rolle mehr, weil man nicht mehr darüber nachdenkt.“

Trotz des aufgestockten Kaders und hohen Erwartungen sind die Holzbüttgener mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet – diese kamen mit Hamburg und Weißenfels allerdings gegen zwei Titelanwärter. Die DJK ist wie Bonn auch am Samstag im Einsatz, sie trifft auswärts auf die Red Devils Wernigerode.


Reifeprüfung für die Bonner Floorball Damen

Nach der überraschend hohen Auftaktniederlage gegen die Dümptener Füchse, müssen die Damen der SSF Dragons Bonn schnellstmöglich wieder in die Spur finden. Beim ersten Heimspieltag am kommenden Samstag (Bully 15:00 Uhr) bietet sich hierzu die nächste Gelegenheit.

Der MFBC Leipzig/Grimma, der am Wochenende im Sportpark Nord gastiert, ist jedoch nicht gerade das, was man landläufig unter einem Aufbaugegner versteht. Die sogenannten Wikingerinnen standen in den vergangenen Jahren regelmäßig an der Spitze des deutschen Damen-Floorballs und holten zuletzt 2018 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Vor dieser Saison machten die Damen aus Sachsen jedoch eine größere Umstrukturierung durch: Gleich sechs Spielerinnen verließen das Team in der Sommerpause. Und auch das langjährige Trainerduo Kühne/Linke gab vor der Saison das Taktikbrett an die nächste Generation weiter. Mit MFBC Kapitän und Nationalspieler Erik Schuschwary übernimmt jedoch ein Mann mit großem Spielverständnis das Ruder des Wikingerschiffes und auch einige Leistungsträgerinnen, wie Anne-Marie Mietz sind weiterhin mit an Bord.

Das Einbiegen auf die richtige Spur wird für die Dragons also kein Selbstläufer. Es gilt sich gut vorzubereiten und die Fehler aus dem ersten Spiel gründlich zu analysieren. Das weiß auch Damentrainer Daniel Mahnken: „Wir werden in den zwei Trainings unter der Woche die Defizite aus dem Dümpten-Spiel klar ansprechen und dann mit neuer Motivation in das nächste Spiel gehen.“

Positiv für die Bonner Damen ist auch, dass Luisa Jahn nach überstandener Krankheit zurück ins Team rutscht. Ob es aber schon für 60 Minuten reicht, wird sich erst im Abschlusstraining am Freitag zeigen.

So oder so wird es das Ziel sein das Spiel gegen den klaren Favoriten Leipzig/Grimma möglichst lange ausgeglichen zu gestalten. Vielleicht finden die Dragons dann ja neben der Spur auch drei Punkte im Sportpark.

Johan Gallwitz

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